28.06.1999, Metropole Ruhr, NRW, Deutschland

Kultureller Streifzug durchs sommerliche Ruhrgebiet

Ruhrgebiet.(idr). Gewiß, die großen Konzert- und Schauspielhäuser haben geschlossen, die Ensembles sich zum großen Teil in die Sommerpause verabschiedet, trotzdem liegt die Kulturszene im Revier noch lange nicht brach. Wer auf Konzerte, Schauspiel und Ausstellung auch während der Ferienzeit nicht verzichten möchte, der muß nicht unbedingt nach Paris oder London reisen. Auch das Ruhrgebiet hat einiges zu bieten. Eine kleines Auswahl:Hochkarätige Kunsterlebnisse versprechen gleich mehrere Ausstellungen. So ist "The Wall", die Installation der Superlative von Christo und Jeanne-Claude, noch bis zum 1. Oktober im Gasometer Oberhausen zu sehen. Ebenso wie die riesige Fässerwand ist auch die Ausstellung "Kunst setzt Zeichen" (bis 3. Oktober) ein IBA-Projekt. Die Schau im Schloß Oberhausen ermöglicht Besuchern eine Übersicht über künstlerisch gestaltete Landmarken in der Emscherregion.Kunst rund um die Uhr bietet die "art open 1999" in den Essener Messehallen. Die "Weltkunstausstellung" präsentiert vom 10. Juli bis zum 8. August Werke von Picasso, Dali, Miro, El Greco, Rubens, Beuys und anderen großen Künstlern. Konzerte und Inszenierungen gehören ebenfalls zum Programm. Die "art open" ist täglich 24 Stunden geöffnet.Miros Spätwerk aus Mallorca ist ab dem 14. August im Dortmunder Museum ausgestellt. Mehr als 100 Exponate, neben Gemälden auch Skulpturen und Arbeiten auf Papier, erinnern an die 27 Jahre, in denen der Künstler auf der beliebten Ferieninsel lebte. Ein Kunstnetzwerk ziehen die "Connected Cities" bis zum 1. August über das Ruhrgebiet. Die multimediale Ausstellung hat ihre "Zentrale" im Duisburger Lehmbruck Museum, von wo aus internationale Medienkünstler Verbindungen zwischen mehreren Ruhrgebietsstädten herstellen.Kunst und Naturwissenschaften schließen einander nicht aus. Diesen Beweis tritt die bereits vielgerühmte Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne" (bis 13. September) auf der Kokerei Zollverein in Essen an. Die Schau, die im Rahmen der IBA-Abschlußpräsentation gezeigt wird, ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte und Zukunft der Energie.Einblicke in fremde Kulturen versprechen die europaweit einmaligen Sonderaustellung "Leben und Tod im alten Ägypten" (Gustav-Lübcke-Museum Hamm) und die Ausstellung "Korea - Die alten Königreiche" in der Villa Hügel Essen, die die relativ unbekannte Geschichte des asiatischen Landes beleuchtet. Beide sind bis zum 17. Oktober geöffnet.Musikalischen Genuß versprechen gleich zwei große Festivals: Da wäre zum einem das Klavierfestival Ruhr, zu dem der Initiativkreis Ruhrgebiet in diesem Jahr zum elften Mal einlädt. 56 internationale Pianistenpersönlichkeiten werden noch bis zum 14. August in einer Reihe von Revierstädten spielen.Vor allem im nördlichen Ruhrgebiet liegen die Konzertorte des Europäischen Klassik Festivals. In z.T. so ungewöhnlichen Konzertsälen wie Kauen und Maschinenhallen sind bis zum 18. September u.a. die Philharmonia Hungarica, das Jaques Lussier Trio und die Academy of St. Martin in the Fields zu hören.Der KVR zeichnet für das dreiteilige Konzertprojekt "Jenseits des Klanges" verantwortlich. Die musikalische Zeitreise unter der Leitung des Dirigenten Eberhard Kloke vom 6. August bis zum 4. September führt von der Maschinenhalle Zeche Sachsen in Hamm über die Bochumer Jahrhunderthalle bis zur Zeche Zollverein und zum Landschaftspark Duisburg-Nord.Volkstümlicher geht es im Archäologischen Park in Xanten zu (23. Juli bis 22. August). Von der "Gräfin Mariza" bis zur "Rocky Horror Show" reicht das Programm, das in der Kulisse der Arena aus alten Römerzeiten geboten wird.Um die "theaterlose" Zeit zu überbrücken, gibt es in Bochum regelmäßig den "Jahrhunderthallensommer". In diesem Jahr zeigt das "stahlhausen enterprises theaterkollektiv" in der einmaligen Atmosphäre der riesigen ehemaligen Gebläsehalle den "Bochumer Jedermann" (9. Juli bis 15. August).A propos "Jedermann": Das Theater Oberhausen zeigt das Stück nach Motiven von Hofmannsthal, Sachs und anderen vom 20. August bis zum 19. September open air auf der Halde Haniel in Bottrop. Und im Freilichttheater-Sommer Kamp `99 in Kamp-Lintfort zeigt das Landestheater Burghofbühne vom 30. Juli bis zum 14. August Shakespeares "Sommernachtstraum". Auch auf weiteren Freilichtbühnen im Ruhrgebiet ist für Theaterspaß gesorgt.

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