12.12.2005, Bochum, Metropole Ruhr, NRW, Deutschland, Bildung, Kulturelles

Neue Erkenntnisse über Herodes: Kein Kindermörder, sondern ein kluger Politiker

Bochum.(idr). Die Bibel lässt kein gutes Haar an dem judäischen König Herodes I. Die Historikerinh Linda-Marie Günther von der Ruhr-Universität Bochum räumt jetzt in ihrem Buch "Herodes der Große" mit dem Mythos des blutrünstigen Tyranns auf. Herodes sei vielmehr ein strategischer Politiker und erfolgreicher Herrscher gewesen.

 

Keineswegs habe Herodes den Kindermord von Bethlehem angeordnet, so die Wissenschaftlerin, da er zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. Und den Tod von Johannes dem Täufer habe nicht er, sondern sein Sohn Herodes Antipas auf dem Gewissen.

 

Grundlage für die bisherige Sicht Herodes I. waren die Überlieferungen des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus. Das Bild, das Josephus vermittelt, sei jedoch weder zuverlässig noch objektiv. Nach Auswertung zahlreicher Quellen sieht Linda-Marie Günther Herodes als typisch hellenistischen Herrscher und klugen Politiker, keinesfalls als einen schlichten Gefolgsmann Roms.

Pressekontakt: Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Linda-Marie Günther, Telefon: 0234/32-28689, E-Mail: Linda-Marie.Guenther@ruhr-uni-bochum.de

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