21.12.2007, Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Metropole Ruhr, Bildung, Wissenschaft und Forschung

Wissensmetropole Ruhr: Professor Kinne wünscht sich "stärkes Wir-Gefühl" auf dem Campus

Ruhrgebiet/New York.(idr). Prof. Rolf Kinne leitet das Verbindungsbüro "ConRuhr" in New York. Für den idr beantwortete er Fragen zum transatlantischen Arm der Ruhrgebiets-Universitäten und zur Zukunft der Region aus der Perspektive diesseits und jenseits des großen Teichs.

 

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idr: Wie beurteilen Sie den bisherigen Erfolg von "ConRuhr" - sozusagen als kleine "Halbzeitbilanz" zwischen der Gründung 2004 und der Verlängerung bis 2010? Ist der weiße Fleck auf der Karte namens "The Ruhr Region" für Gesprächspartner in den USA etwas farbiger geworden?

 

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Prof. Kinne: Ich glaube, dass die Halbzeitbilanz durchaus positiv ist - dies ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern auch die des Konsortialrats und der Rektorate, die dankenswerterweise eine Weiterführung des "ConRuhr"-Büros bis 2010 vereinbart haben.

 

Beispiele für den Erfolg sind die etwa 60 Studierenden, die über "ConRuhr" im Rahmen von Sommerforschungsaufenthalten das Ruhrgebiet kennen und schätzen gelernt haben; weiterhin die circa 600 Amerikanerinnen und Amerikaner, die wir regelmäßig mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen an den Unis der Universitätsallianz Metropole Ruhr sowie über Neues im kulturellen Leben des Ruhrgebiets informieren.

 

Unsere Internetplattform verzeichnet gut zehn neue Besucher täglich, und die persönliche Beratung von Interessenten für Studienaufenthalte hat stetig zugenommen: Rund 1.500 Anfragen hatten wir in New York in den letzten drei Jahren.

 

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idr: Was kann das Ruhrgebiet als Wissensmetropole von den USA lernen, was sind spezifische Unterschiede?

 

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Prof. Kinne: Was die Ruhr-Universitäten von den USA lernen können, ist die Verbesserung der Eigendarstellung der Institutionen, die in den USA mit sehr viel mehr Aufwand als hier betrieben wird. Wichtig sind auch der Ausbau des "akademischen Lebens" und die Stärkung der Bindung an die Universität - sowohl der Studierenden als auch der Lehrenden: Das Wir-Gefühl muss gestärkt werden.

 

Die Wissensregion kann von den USA ebenfalls lernen, dass dort eine sehr unkomplizierte und sachbezogene Kooperation gepflegt wird - ein "bottom up"-Ansatz, der viel effektiver ist als der durch Hierarchien geprägte top-down-Ansatz.

 

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idr: Was sind für Sie die nächsten wichtigen Schritte für die Region, um sich als Metropole zu positionieren?

 

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Prof. Kinne: Ich sehe zurzeit zwei wesentliche und notwendige Schritte: Zum Einen eine nicht nur politische Parteien übergreifende Definition der Metropole Ruhr, für die im Rahmen der Vorbereitungen für die Bewerbung um die Kulturhauptstadt Europas 2010 und jetzt bei der Vorbereitung der Durchführung der Veranstaltungen schon wesentliche Elemente für die Definition des "größeren Rahmens" geliefert wurden. Zum Anderen eine Kampagne, in der die Idee der Metropole Ruhr der Bevölkerung im Ruhrgebiet nahe gebracht wird und damit auch von der Basis getragen wird. Da haben wir wieder den amerikanischen "bottom up"-Ansatz, der die Belange der Einzelnen berücksichtigt und damit ein wirklich tragfähiges Fundament bildet.

Pressekontakt: ConRuhr, Prof. Dr. Rolf Kinne, Leiter des Verbindungsbüros, E-Mail: office@conruhr.org

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