15.04.2010, Essen, Metropole Ruhr, NRW, Deutschland, Politik, Wirtschaft

Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose erwartet Fortsetzung der Konjunkturerholung

Berlin/Essen (idr). Die Finanzkrise wird allmählich überwunden, die Erholung der Weltwirtschaft schreitet voran. In Deutschland zeigt das Konjunkturbarometer nach oben, die Unternehmen sind wieder optimistischer - aber die Erholung vollzieht sich langsam. Das sind die Eckdaten der aktuellen Prognose der Wirtschaftsweisen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Der Projektgruppe gehört auch das RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) in Essen an.

Für das reale Bruttoinlandsprodukt erwarten die Experten im Jahresverlauf wie auch im Jahresdurchschnitt eine Steigerung um 1,5 Prozent. Im kommenden Jahr wird die Inlandsnachfrage weiter verhalten expandieren. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird im Jahresdurchschnitt 2011 voraussichtlich um 1,4 Prozent zunehmen.

Außerdem erwartet die Projektgruppe ein Sinken der Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent im Jahr 2010 auf 7,9 Prozent im Jahr 2011. Die Verbraucherpreise werden nur moderat steigen, die Inflationsrate wird in diesem Jahr 0,9 Prozent und im kommenden Jahr 1,0 Prozent betragen.

Dagegen dürfte sich die Lage der öffentlichen Haushalte weiter verschlechtern. Die Defizitquote wird vermutlich 2010 auf 4,9 Prozent steigen. Die Risiken für die Konjunktur bleiben groß.

Die Institute empfehlen, eine "qualitative" Konsolidierung zu betreiben, d.h. den Anstieg der Staatsausgaben eng zu begrenzen und Ausgaben vor allem für Investitionen in Human- und Sachkapital umzuschichten. Daneben sollten Steuervergünstigungen abgebaut werden.

Pressekontakt: RWI, Pressestelle, Sabine Weiler, Telefon: 0201/8149-213, E-Mail: sabine.weiler@rwi-essen.de

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