28.11.2011, Metropole Ruhr, NRW, Kulturelles

Industriekultur im Ruhrgebiet soll zum Welterbe erklärt werden / Stiftung reicht Vorschlag ein

Dortmund/Metropole Ruhr (idr). Der Landschaftspark Duisburg, der Gasometer in Oberhausen, die Zeche Zollern und Kokerei Hansa in Dortmund sowie der Schleusenpark in Waltrop, aber auch weniger bekannte Industriedenkmäler sollen Welterbe werden. Unter dem Titel "Zollverein und die industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet" schlägt die Dortmunder Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur die ehemaligen Industrieanlagen im Rahmen eines Erweiterungsantrages für das UNESCO-Welterbe vor. Die Zeche Zollverein in Essen zählt bereits seit 2001 zum Welterbe.

Über ein Jahr lang hat die Stiftung mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Denkmalpflege und Verwaltung das Welterbepotenziale im Ruhrgebiet erforscht. Das Ergebnis ist als Vorschlag im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens des Landes NRW zur Fortschreibung der deutschen Anmeldeliste für das UNESCO-Welterbe eingereicht. Die getroffene Objektauswahl hat einen explizit vorläufigen Charakter.

Nach Ansicht der Expertenrunde zeichnet sich das Ruhrgebiet durch Stätten von außergewöhnlichen universellen Wert aus, die "in weltweit einzigartiger Dichte und Ausdehnung die Veränderung einer Landschaft und die Entwicklung der Technik-, Industrie-, Sozial- und Stadtgeschichte von der Mitte des 19. bis weit in das 20. Jahrhundert hinein" dokumentieren.

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur hofft nun, dass der Vorschlag im Sommer nächsten Jahres in die zweite Runde geht. Dem UNESCO-Komitee gilt das industrielle Erbe auf der Welterbeliste bislang als unterrepräsentiert.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) als Träger der Route der Industriekultur begrüßt die Initiative. Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbandes Ruhr: "Die Aufnahme weiterer denkmalgeschützter Standorte der Route der Industriekultur im Rahmen eines Erweiterungsantrages wird die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Industriekultur als Alleinstellungsmerkmal der Metropole Ruhr weiter stützen. Erlebbare Industriekultur trägt als weicher Standortfaktor maßgeblich zum Imagewandel bei."

Infos: www.industriedenkmal-stiftung.de

Pressekontakt: Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur,Dr. Marita Pfeiffer, Telefon: 0231/931122-41, E-Mail: pfeiffer@industriedenkmal-stiftung.de; RVR, Pressestelle, Jens Hapke, Telefon: 0201/2069-495, E-Mail: hapke@rvr-online.de

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