10.09.2019, Bochum, Metropole Ruhr, Wissenschaft und Forschung

Bochumer Wissenschaftler zeigen Taktiken der Datensammler auf Websites auf

Bochum (idr). Viele Cookie-Banner erschweren den Schutz der eigenen Daten - sie bieten keine wirkliche Entscheidungsfreiheit, und manipulieren die User z.B. durch Hervorhebungen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung am Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit der Ruhr-Uni Bochum. Die Experten hatten untersucht, wie Cookie-Banner nach der Einführung der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf Websites umgesetzt werden und wie User mit ihnen interagieren.

Bei der Analyse von 1.000 Bannern stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Cookie-Hinweise nicht den Vorgaben der europäischen Datenschutzbehörden entspricht. 57 Prozent der untersuchten Websites wenden außerdem sogenannte Nudging-Verfahren an, mit dem das Verhalten von Menschen gezielt mit Änderungen der Rahmenbedingungen oder kleinen Manipulationen wie farblichen Hervorhebungen gelenkt werden soll.

In weiteren Untersuchungen testeten die Wissenschaftler vier Monate unterschiedliche Cookie-Banner. Ergebnis: Die User interagieren am stärksten mit einem Banner, das in der linken unteren Hälfte des Bildschirms erscheint. Zudem sind die Nutzer eher gewillt, das Datentracking zuzulassen, wenn sie nur die Wahl zwischen "zustimmen" oder "ablehnen" haben.

Pressekontakt: Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit, Ruhr-Universität Bochum, Christina Scholten, Telefon: 0234/32-27130, E-Mail: christina.scholten@rub.de

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