29.03.2001, Bochum, Metropole Ruhr, NRW, Deutschland

Bochumer Professor veröffentlicht umfassende Geschichte der Politikwissenschaft

Bochum.(idr). Die erste Gesamtdarstellung der Politikwissenschaft seit dem Mittelalter legt jetzt Prof. Dr. Wilhelm Bleek von der Ruhr-Uni Bochum vor. Seine Bilanz "Geschichte der Politikwissenschaft in Deutschland" ist heute im Verlag C.H. Beck erschienen. Zentrales Ergebnis der Studie: Mehr als andere akademische Disziplinen hat die Politikwissenschaft die freiheitlichen Strukturen des politischen Systems zur Grundvoraussetzung.

 

Politik war ein Bestandteil des Artistenstudiums, die ersten Universitäten haben sie vor über sechs Jahrhunderten auch in Deutschland gelehrt. Seitdem hat die Disziplin eine wechselhafte Geschichte erlebt: Sie spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau des modernen Territorialstaates in der frühen Neuzeit; in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 waren die Professoren der Politik sehr einflussreich.

 

Die Wende zum Obrigkeitsstaat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts leitete den Niedergang der älteren Politiklehre ein. Die amerikanische Political Science trug maßgeblich dazu bei, das Fach in Westdeutschland nach 1945 wieder zu gründen.

 

Heute lehren etwa 400 Professoren an den staatlichen Hochschulen Deutschlands Politikwissenschaft, ca. 50.000 Studierende (Haupt-, Nebenfach und Lehramt) sind derzeit in dieser Disziplin eingeschrieben.

Pressekontakt: Ruhr-Uni Bochum, Prof. Dr. Wilhelm Bleek, Telefon: 0234/32-22976, Fax: -14508

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