21.01.2019, Metropole Ruhr, NRW, Wissenschaft und Forschung, Politik, Wirtschaft

Studie: Hartz IV-Reformen haben vor allem Zahl der neuen Arbeitslosen gesenkt

Dortmund (idr). Seit Einführung der Hartz IV-Reform im Jahr 2005 ist die Arbeitslosigkeit von knapp elf auf unter sechs Prozent gesunken. Ökonomen der Universität Bonn und der Technischen Universität Dortmund haben in einer Studie gezeigt, dass nicht mehr Jobvermittlungen aus Arbeitslosigkeit für die Entwicklung verantwortlich sind. Vielmehr sind 75 Prozent des Rückgangs auf weniger neue Arbeitslose zurückzuführen.

Die Forscher werteten die Erwerbsverläufe von Millionen Beschäftigten zwischen 1993 und 2014 aus. Die Daten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, um fast ein Drittel fiel, während die Wahrscheinlichkeit, als Arbeitsloser eine neue Stelle zu finden, nur um rund zehn Prozent stieg. Ziel der Hartz IV-Reform war es, mehr Personen aus Arbeitslosigkeit in eine Stelle zu vermitteln.

Insbesondere bei gut verdienenden und langfristig beschäftigten Arbeitnehmern hatte Hartz IV durch den Wegfall der Arbeitslosenhilfe eine abschreckende Wirkung. Diese Gruppe war bereit, nach der Reform Lohnverzicht zu üben, um im Gegenzug Beschäftigungsgarantien zu erhalten.

Pressekontakt: Technische Universität Dortmund, Prof. Philip Jung, Telefon: 0231/755-3288, E-Mail: philip.jung@tu-dortmund.de

Zurück zur Übersicht