11.08.2020, Soziales, Bochum, Metropole Ruhr, NRW, Wissenschaft und Forschung

Wie einsam sich Deutschland während des Corona-Lockdowns fühlte

Bochum (idr). Zu Beginn des Corona-Lockdowns haben sich Menschen in Deutschland einsamer gefühlt als im späteren Verlauf. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Humboldt-Universität zu Berlin nach Auswertung einer Online-Befragung. Während das Einsamkeitsgefühl im Durchschnitt in den ersten zwei Wochen zunahm, nahm es in Woche drei und vier wieder ab.

Die Psychologinnen und Psychologen befragten 4.850 deutschsprachige Erwachsene im Alter zwischen 18 und 88 Jahren im Zeitraum vom 16. März bis 12. April 2020 in einer Online-Tagebuchstudie.

In der untersuchten Stichprobe erzielten Menschen über 60 Jahren entgegen den Erwartungen die geringsten Einsamkeitswerte. Am einsamsten fühlten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 18 und 30 Jahren. Besonders einsam fühlten sich Personen, die verwitwet oder alleinstehend waren, sowie Menschen mit einem erhöhten Risiko für eine Covid-19-Erkrankung. Bei Personen ohne Kinder nahm die Einsamkeit im Lauf der Zeit ab, bei Eltern hingegen zu.

Die Studie wird noch weitergeführt.

Pressekontakt: Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, Susanne Bücker, E-Mail: susanne.buecker@rub.de; Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Psychologie, Prof. Dr. Kai Horstmann, E-Mail: kai.horstmann@hu-berlin.de

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