06.03.2020, Hagen, Metropole Ruhr, Wissenschaft und Forschung

Studie der Fernuni Hagen untersucht Sichtweisen auf historische Konflikte in Wikipedia-Einträgen

Hagen (idr). Wikipedia liefert oft verzerrte Sichtweisen auf historische Konflikte - Schuld ist die Neigung des Menschen, die eigene Gruppe positiver zu bewerten als andere Gruppen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Fernuni Hagen. Die Psychologin Prof. Dr. Aileen Oeberst untersuchte mit ihrem Team, ob und wie sich auch in der digitalen Welt Gruppenzugehörigkeiten bilden und wie sie sich auswirken.

Ergebnis: Durch verschiedene Sprachversionen bilden sich trotz der Offenheit der Wikipedia-Plattform gewisse Gruppenzugehörigkeiten. So entsteht auch hier der sogenannte Eigengruppenfehler in der Bewertung.

Das Forscherteam hatte Wikipedia-Artikel zu militärischen Auseinandersetzungen von der frühen Neuzeit bis zur Moderne – darunter etwa der Falklandkrieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien, der Atombombenabwurf der USA auf das japanische Hiroshima oder der Englisch-Spanische Krieg in jeweils zwei Sprachen untersucht. Über alle 35 Konflikte hinweg zeigte sich der Eigengruppenfehler als eindeutiges Muster. In vielen Artikeln wurde die eigene Gruppe systematisch besser oder auch mächtiger dargestellt und die andere Konfliktpartei als unmoralischer und stärker verantwortlich für den Konflikt. Ausnahmen gab es aber auch. So geht etwa der englische Eintrag über den Atombombenabwurf härter mit den US-Amerikanern ins Gericht als sein japanisches Pendant.

Pressekontakt: FernUniversität in Hagen, Lehrgebiet Medienpsychologie, Prof. Dr. Aileen Oeberst, Telefon: 02331/987-4613, E-Mail: aileen.oeberst@fernuni-hagen.de

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