01.09.2020, Medizin, Metropole Ruhr, NRW, Wissenschaft und Forschung

Krankheitsverläufe und Einsatz von UVC-Strahlung: Neue Corona-Studien aus dem Ruhrgebiet

Bochum/Essen/Herne (idr). Lungenversagen bei schweren Verläufen von Covid-19 entsteht nicht durch eine zu schwache Immunantwort. Ganz im Gegenteil: Eine überschießende Reaktion des Immunsystems trägt zum schweren Krankheitsverlauf bei. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam aus Bochum und Essen unter Leitung von Medizinern des Marien-Hospitals Herne.

Das Team hat die für die Immunabwehr wichtigen Antikörper und T-Zellen in Bezug auf den Krankheitsverlauf und die Virusbeseitigung analysiert. Es stellte fest, dass eine stark ausgeprägte T-Zell- und Antikörper-Antwort nicht nur bei Patienten mit leichtem Covid-19-Verlauf beziehungsweise nach besiegter Virusinfektion nachweisbar waren. Vergleichbare oder sogar stärkere Immunität konnte man bei Patienten mit schwersten Verläufen und Lungenversagen feststellen. Die Daten deuten darauf hin, dass eine überschießende T-Zell-Immunantwort zur Entstehung lebensbedrohlicher Verläufe führt.

Corona-Viren können mit ultraviolettem Licht vollständig inaktiviert werden. Das zeigte eine Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Unter künstlich erzeugter UVC-Strahlung wurde eine hohe Konzentration von mehr als einer Million Viren bereits nach neun Minuten vollständig unschädlich gemacht. Zwar ist UVC-Strahlung für Menschen schädlich, aber das Verfahren kann genutzt werden, um beispielsweise medizinische Ausrüstung zu dekontaminieren.

Pressekontakt: Marien-Hospital Herne, Prof. Dr. Nina Babel, Telefon: 02323/4995141, E-Mail: nina.babel@elisabethgruppe.de; Universitätsklinikum Essen, Dr. Adalbert Krawczyk, E-Mail: adalbert.krawczyk@uk-essen.de

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